23.05.2012 10:58

Landtagsabgeordnete erörtern Wege zur beschleunigten Energiewende

Geschrieben von: Nicolas Schwab Dienstag, den 05. Juli 2011 um 18:54 Uhr

Pressemitteilung 25/2011, 01.07.2011

Karlsruhe. Zu einem energiepolitischen Fachgespräch trafen sich die CDU-Landtagsabgeordneten aus der Region Mittlerer Oberrhein im HAUS DER REGION. Anlass waren die Auswirkungen der anstehenden Entscheidungen zur beschleunigten Energiewende in Baden-Württemberg.

Im Zentrum des Informationsaustausches mit dem Regionalverband standen die regionalen Potenziale bei den regenerativen Energien. Weitere Punkte waren Kostenfragen im Zuge des laufenden Atomausstieges und die Standortproblematik für die Anlagen zur Energieerzeugung. Bei den Kosten gebe es bislang nur allgemeine Aussagen über die Machbarkeit der Umstellung. Belastbare Zahlen für die einzelnen Energieträger würden fehlen. Hier bestünde Nachholbedarf auf Bundes-, Landes- und Regionsebene. Der Regionalverband beabsichtigt, entsprechende Grundlagen für die Region Mittlerer Oberrhein zu erarbeiten.

Die Abgeordneten interessierten sich insbesondere für das Potenzial bei den verschiedenen Energiearten. Bei der Windkraft erlaube die Windhöffigkeit bisher bekanntlich einen kleinen Beitrag. Eine Fortschreibung des Regionalplans unter dem Aspekt der Erhöhung der möglichen Zahl von Windkraftanlagen sei jedoch projektiert, so Verbandsvorsitzender Josef Offele. Der neue Windatlas des Landes liefere dazu eine wichtige Datenbasis. Ein Fortschritt wären auch administrative Voraussetzungen für kürzere Genehmigungsverfahren sowie die Neubewertung der öffentlichen Belange, insbesondere des Natur- und Landschaftsschutzes. Der Regionalverband möchte die Bürger bei der Planaufstellung beteiligen und bei der Erarbeitung des  Konzepts einbinden.

„Die Wasserkraft bilde die stärkste Säule bei unserer Versorgung mit regenerativen Energien“, so der Tenor der Gesprächsteilnehmer. Hervorzuheben sei hier die fünfte Turbine bei der Stausstufe Iffezheim. Damit zähle der Landkreis Rastatt bundesweit zu den Landkreisen mit dem höchsten Anteil an regenerativen Energien. Eine erhebliche Leistungssteigerung bei der Wasserkraft wäre nur durch eine neue Staustufe zu erreichen. Die ist auf Grund der starken Bebauung im Landkreis Karlsruhe eher nicht machbar.

„Unsere Region ist von der Sonne verwöhnt“, so Gerd Hager, Direktor des Regionalverbandes „entsprechend haben wir bei der Solarnutzung ein erhebliches Potenzial“. Allerdings gehörten die Anlagen auf Dächer. Im Freiland seien nur noch Anlagen entlang von Verkehrswegen und an vorbelasteten Standorten, wie zum Beispiel ehemaligen Deponien, genehmigungsfähig. Die Nutzung der Geothermie sehen die Gesprächsteilnehmer als interessantes Forschungsfeld an. Allerdings werde die großtechnische Umsetzung als schwierig erachtet, weitere Erkenntnisse soll die neue Geothermiefakultät beim KIT erarbeiten.

Bei der Gewinnung von Energie aus Biomasse kam die Gesprächsrunde schnell auf die „Teller-Tank“-Debatte, neuerdings auch „Teller-Strom“. Hier würden ethische Fragen mit denen der Energieerzeugung konkurrieren. Die landwirtschaftlichen Flächen können nicht vermehrt werden, die Konkurrenz treibt derzeit die Pachtpreise in die Höhe.

Landtagsabgeordneter Werner Raab, der auch Mitglied der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein ist, begrüßte die regionale Studie zu den regenerativen Energien, die im Herbst vorgelegt werden soll.

Raab ist sich mit seinen Kollegen einig:  „Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, die neue Bewertungen erfordert. Keine erneuerbare Energie ist unproblematisch. Die Potenziale müssen realistisch berechnet und wirtschaftlich vertretbar sein“.



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